Samstag, 16. März 2013
Der Grund...
... diesen Blog zu beginnen ist eine gewaltige Taken-aback-Situation.

Wir Menschen werden geboren, leben und stehen unter ständigem Anpassungszwang. Einige von uns kommen damit ganz gut zurecht, andere rebellieren. Viele passen sich an und gehen daran zugrunde, leben nicht sich selbst, sondern verstecken sich zeit ihres Lebens hinter einer Maske.

Schon oft habe ich diese Maske verflucht, habe aber nie daran gedacht, was sie wirklich noch verbergen könnte:

Was, wenn man geboren und erzogen wird, als wäre man ein Mädchen? Wenn man immer gesagt bekommt: Du wirst sicher mal eine feine Dame, du bist ein süßes kleines Mädchen. Wenn man später nur noch ein müdes Lächeln übrig hat für Kommentare wie: Du bist eine hübsche kleine Frau, Frauen wie du, Frau Frau Frau... Und jedes Mal, wenn das Wort "Frau" in Verbindung mit einem selbst ausgesprochen wird, dreht sich für einen kleinen, unbemerkten Moment der Magen um.
Ohne es zu ahnen, ist man vielleicht wirklich nicht das, was man so lang erlernt hat, sein zu müssen.

Vielleicht bin ich nicht die, die ich sein soll und versuche zu sein.

Nun haben die Menschen, die sich unwohl fühlen in ihrem Körper und sicher auch in oder mit ihrer Seele, ja oft genug zahlreiche Ideen, wie sie ihr Leiden lindern können. Verleumdung, Ablenkung, Schauspielerei, Helfersyndrome, Anpassung, Selbstaufgabe usw. Viele suchen auch nach Lösungen in alle mögliche Richtungen: Borderliner? Psychose? Schizophrenie? Sexualstörung? Persönlichkeitsstörung? Irgendetwas davon wird schon irgendwie passen. Und wenn nicht, nehmen wir von allem nur das Passendste.

Was ich damit sagen will, ist, dass die Unsicherheit über meine Gefühle, Gedanken und Wünsche beinahe schlimmer ist als der ausgesprochene Gedanke Transsexualität.

Mit aller Macht versuche ich, am bisherigen Leben festzuhalten, ohne mich selbst zu verleugnen. Ich versuche täglich und in jeder Situation, herauszufinden, was ich jetzt wirklich will und was vielleicht von außen so in mich eingepflanzt ist, dass ich glaube, es zu wollen. Ich beobachte mich und meine Mitmenschen genauer als bisher, vielleicht genauer und eingehender als je zuvor, zumindest nicht seit meiner Jugend.

Diesen Weg möchte ich hier schriftlich darstellen. Vielleicht findet der eine oder andere auch Anregungen, sich ebenso exzessiver mit der eigenen Umgebung zu befassen. Oder vielleicht gibt es Menschen, die in ähnlichen Krisen mit sich selbst waren oder sind.
Wer auch immer sich zu Lesern meines Blogs entpuppt, dem sage ich: Willkommen in meiner Welt ;-D

Sc.

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